Zweites Pflegestärkungsgesetz PSG II

Ziel: Gleichbehandlung von somatisch, kognitiv und psychisch beeinträchtigten Menschen bei Begutachtung, Einstufung und Leistungsbezug in der Pflegeversicherung


Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff

Maßgeblich für das Vorliegen von Pflegebedürftigkeit sind Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder Fähigkeitsstörungen in den sechs Bereichen, die sich auf die in den Bereichen angegebenen Aktivitäten und Fähigkeiten beziehen.


Einstufungsrelevante 6 Bereiche

  1. Mobilität

    Positionswechsel im Bett, stabile Sitzposition halten, Aufstehen aus sitzender Position und Umsetzen, Fortbewegen innerhalb des Wohnbereiches und Treppensteigen.

  2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten

    Personen erkennen, örtliche Orientierung, zeitliche Orientierung, Gedächtnis, mehrschrittige Alltagshandlungen ausführen oder steuern, Entscheidungsfähigkeit, Risiken und Gefahren erkennen, Bedürfnisse mitteilen, Aufforderungen verstehen, Beteiligung an Gesprächen.

  3. Verhaltensweise und psychische Problemlagen

    Motorisch geprägte Verhaltensauffälligkeiten, nächtliche Unruhe, selbstschädigendes und autoaggressives Verhalten, Beschädigung von Gegenständen, physisch aggressives Verhalten, verbale Aggression, Abwehr pflegerischer oder anderer unterstützender Maßnahmen, Wahnvorstellungen, Ängste, Antriebslosigkeit, depressive Stimmungslage.

  4. Selbstversorgung

    Körperpflege( Waschen, rasieren, kämmen, Zahnpflege, Prothesenreinigung, Intimbereich waschen, duschen oder baden- einschließlich Haare waschen, An- und Auskleiden, Essen Trinken, mundgerecht zubereiten, Getränke eingießen, Ausscheidung(WC oder WC-Stuhl benutzen, Harninkontinenzversorgung, Stuhlinkontinenzversorgung, Stoma-Versorgung, Umgang mit Urostoma oder Dauerkatheter,Gravierende Probleme bei der Nahrungsaufnahme

  5. Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits-oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen
    Bezug auf:

    Medikation, Injektionen, Absaugen oder Sauerstoffgabe, Einreibung, Kälte- und Wärmeanwendungen, Körpernahe Hilfsmittel, Verbandswechsel und Versorgung, Wundversorgung bei Stoma, Nutzung von Abführmethoden, Arztbesuche, medizinische oder therapeutische Einrichtungen.

  6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

    Tagesablauf gestalten und an Veränderungen anpassen, Ruhen und Schlafen, sich beschäftigen, in die Zukunft gerichtete Planungen vornehmen, Interaktion mit Personen im direkten Kontakt und Kontaktpflege zu Personen außerhalb des direkten Umfeldes.


überführung zum 01.01.2017 ohne Antrag und ohne neue Begutachtung

Hierbei erhalten alle bisherigen Pflegebedürftigen einen Bestandschutz. Niemand kann unter die Höhe der Leistungen am 31.12.2016 zurückfallen, eine Wiederholungsbegutachtung kann frühestens ab Januar 2019 durch den MDK erfolgen. Einen Antrag auf Begutachtung oder Höherstufung kann der Pflegebedürftige jederzeit stellen.


Schwellenwerte zum Pflegegrad


Verfahren zur Gesamtbewertung:

Vom "Punktbereiche" zum "Modulspezifischen Wert"

Es gehen nicht beide Werte für 2. und 3., sondern nur der Höchste von beiden Werten in die Berechnung ein. Die Summe der Punktwerte ist die Basis für die Pflegegradzuordnung


Gesamtbewertung


Neue Leistungen ab Januar 2017

Die Hauptleistungsbeträge sind wie folgt:


Falls Sie noch Fragen haben...

...stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung